
EIN MÄDCHENTRAUM
Viele Mädchen träumen davon, sich mit dem selbstständig zu machen, was sie fasziniert. So auch Siggi Spiegelburg: Mode war immer ihr Ziel, aber der Weg dahin war nicht ganz einfach.
Als ihr damaliger Freund und jetziger Mann Wolfgang Hölker den Oerschen Hof auf der Königsstraße in Münster restaurierte, wurde dort ein Ladenlokal frei.
Mit dem Verkauf von ausgesuchter, extravaganter Mode, Schuhen und Accessoires ging es los. Siggi Spiegelburg war aber von Anfang an klar, dass sie keine reine Modehändlerin werden wollte.

Siggi hatte immer den Wunsch, eigene Kreationen herzustellen. Aber auch die Sorge, das alles nicht meistern zu können. Den Weg hin zur Modeschöpferin ebneten die fantasievollen Kleider, die Siggi für sich selbst entwarf.
Der Durchbruch kam vor gut 20 Jahren, als die fröhlichen, handgestrickten Wollpullover, die sie privat so gerne getragen hatte, von immer mehr Kundinnen nachgefragt wurden - was Siggi selbst gefiel, machte auch immer mehr anderen Frauen Spaß.

Durch ihre zahlreichen Messebesuche wurde sie auch in der Modebranche schnell für ihren farbenfrohen, edlen Kleidungsstil bekannt.
Eines Tages fragte ein italienisches Modehaus bei Siggi Spiegelburg an, ob sie im Auftrag eine Kollektion entwerfen könne: „Es wäre schön, wenn Sie dazu Ihren ganzen Kleiderschrank mitbringen würden!“
Nun wurde ihr langsam klar, dass ihr Stil zu einem Selbstläufer geworden war.

KARIERTE VEILCHEN
Was mag das mit Mode, ja mit Siggi Spiegelburg zu tun haben? Die Antwort lautet: im Grunde genommen alles!
„Karierte Veilchen“ ist für Siggi seit ihrer Jugend ein ganz wichtiger Leitspruch. Geprägt hat ihn ihr Vater. Wenn es um Modefragen ging, dann hieß es von ihm:
„Siggi sucht karierte Veilchen“.

Es war nämlich so, dass Siggi meist nicht gefiel, was ihr an Mode angeboten wurde. Es musste für sie schon in jungen Jahren immer das Besondere, Außergewöhnliche sein. Und das ist bis heute so geblieben.
Siggi Spiegelburg stammt aus der Textilfamilie Brenninkmeyer. So wurde ihr vielleicht die Mode in die Wiege gelegt.
Schon als Vierzehnjährige versuchte sich Siggi in der Nähkunst. Fortan gab es keinen Familienurlaub ohne Nähmaschine mehr - logistisch war das allerdings manchmal nicht so einfach!
Obwohl es eigentlich immer feststand, dass sie sich ihren eigenen Weg suchen würde, überraschte Siggi ihre Eltern dennoch, als sie mit 21 Jahren eine eigene Firma gründete.
FLORENZ, FAMILIE, FANTASIE
Einige Jahre lang arbeitete Siggi Spiegelburg im Wechsel in Florenz und Münster. Nach ihrer Heirat und der Geburt ihrer Töchter gab sie die Tätigkeit in Florenz auf und konzentrierte sich voll auf ihre Boutique und ihr Maßatelier.
Als 25jähriges Jubiläum im Oerschen Hof gefeiert wurde, war es Zeit für eine Veränderung. Es zog Siggi in den Münsteraner Stadthafen. Ihr Atelier und Geschäft sind dort seitdem im historischen Speicher am Kreativkai beheimatet.

In den großzügigen Räumlichkeiten am Hafenweg konnte Siggi nun auch ihren Traum eines klassischen Modesalons nach Pariser Vorbild verwirklichen und dort ihrer Fantasie neuen Freiraum geben.
Heute arbeitet Siggi Spiegelburg dort mit einem großen Team von Meisterinnen, Gesellinnen, Lehrlingen und Praktikantinnen. Und macht eigentlich noch das Gleiche wie in ihrer Jugend:
Sie sucht nach karierten Veilchen.